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19.04.2018

Von Propellerinseln und Mondfahrern

Literarischer Abend im Golfclub Weserbergland

Olaf Breker

Im März dieses Jahres machte Heiko Postma, ein Fachmann für die Literatur des 17. bis 20. Jahrhunderts, wieder einmal Station  im GC Weserbergland. Schon häufiger in den zurückliegenden zwanzig Jahren brachte Postma seinen Zuhörern einzelne bekannte Autoren näher. Für diesen Abend hatte er Informatives zu Jules Verne im Gepäck. Unter dem Motto „Reisen durchs Unmögliche“ nahm daher im Clubhaus ein unterhaltsamer Abend rund um den französischen Zukunftsautoren seinen Verlauf.

Postma, der als freier Autor in Hannover lebt, gelang es wieder einmal, mit seiner fulminanten Sachkenntnis zu glänzen. Auch Jules Verne hatte in seinen Anfängen, so Postma,  mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, doch bald erlangte er internationale Berühmtheit. Allerdings war für seinen wirtschaftlichen Erfolg auch sein damaliger Verleger in großem Maße mitverantwortlich, denn er griff massiv in den Aufbau und die Handlung von Vernes Werken ein.

Seine literarische Schaffensphase erstreckte sich vor allem auf die 1860-1880er Jahre, da in diesen Jahrzehnten die wichtigsten seiner Werke veröffentlicht wurden. In einer Tour d’Horizon gelang es Postma, seinen Zuhörern in die damalige Fortschrittseuphorie mitzunehmen und die heute visionär anmutende Darstellungskraft Vernes zu belegen. Sei es im U-Boot die Meere unterqueren, im Helikopter durch die Luft fliegen, im wasserstoffbetriebenen Kleinwagen übers Land fahren oder durchs Feuer von Vulkanen zum Mittelpunkt der Erde vorstoßen, all dies findet sich im Werk von Verne. Dennoch war Jules Verne kein technischer Optimist, denn in seinem Frühwerk finden sich zahlreiche Warnbilder. Erst sein Verleger Hetzel sorgt für den beständigen Einbau von Science Fiction Elementen, seine Bücher finden reißenden Absatz und hierdurch wird Jules Verne zu einem gemachten Mann. Aber in seinen letzten Büchern ging es immer mehr um die Kehrseiten bedenklicher Erfindungen, die unkritische Fortschrittsgläubigkeit wurde durch einen pessimistischen Grundton abgelöst.

Heiko Postma ist ein so begnadeter Erzähler, dass er sogar die angedachte Pause vergaß und erst am Ende seines Vortrages seinen Zuhörern eine kurze Phase des Durchatmens gönnte, um die Dichte der präsentierten Informationen noch einmal zu verarbeiten. So ging ein gelungener Abend zu Ende, bei dem die Zuhörer allerlei Bedenkenswertes mit nach Hause nahmen.

 

Der Autor und sein Werk!